Investigativ enthüllt: Der DJ und die FAZ.

26. Januar 2012, 17:11 Uhr

Johannes hat auf dem Blog der Fachschaft Geschichte eine tolle Entdeckung gebloggt:

N.W. ist eine Schlüsselfigur an der Uni Freiburg, im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn man das KG I durch den Philosopheneingang betritt, findet man links sein Büro, wo er mehr als 30.000 Schlüssel von Universitätsräumen verwaltet. W. ist das, was man ein Unikum nennt. Jeder, der einmal bei ihm war, kann über ihn eine Geschichte erzählen, die meisten haben mit seiner nebenamtlichen Tätigkeit als DJ zu tun. W. sorgt im berüchtigten Umkircher Heuboden und auf diversen Festen des Breisgaus  für Partymusik.

Das alles wäre allein schon einen Blogeintrag wert, doch brisant wird dieses anekdotische Wissen, weil in der gestrigen FAZ ein anonym veröffentlichter „Bericht aus dem Innenleben der Exzellenz“ veröffentlicht wurde, in dem beschrieben wird, durch welch kafkaeske Unibürokratie … (weiterlesen im Original)

Die Mediziner surfen uns das WLAN weg.

16. Januar 2012, 15:32 Uhr

Die Mediziner surfen uns das WLAN weg. KG4. Uni Freiburg.

Heute im KG4 gesehen: Das sind die wirklichen Probleme, wenn Präsenzbibliotheken von fachfremden Studenten blockiert werden. Die Uni Freiburg, mal wieder exzellent.

Die Wahrheit. Über Kommentare. In der @badischezeitung.

8. Dezember 2011, 13:44 Uhr

Wenn Privates politisch ist: Salomons Trennung in den Medien.

3. November 2011, 19:15 Uhr

Als ich vorhin zufällig auf badische-zeitung.de war fand ich eine kurze Meldung von heute Mittag, die bisher nicht über Twitter und Facebook herumging: Freiburgs Oberbürgermeister Salomon habe sich von seiner Frau getrennt. Mein Tweet dazu:

@konstantin_frbg: Da es sich um ne reine Privatangelegenheit handelt, ist dieser Artikel nie erschienen: http://t.co/GnW9uBu8 #salomon #freiburg #trennung

war als Anspielung darauf gemeint, daß die Kommentare zum Artikel mit eben diesem Verweis auf eine reine Privatsache geschlossen sind. Nun entbrennt aber u.a. auf Facebook eine Debatte darüber, ob eine solche Privatsache denn überhaupt in die Zeitung gehört. Salomonanhänger meinen wenig überraschend nein, sie beinhalte keinerlei politische Aussage:

@DVaulont: Das Privatleben von Politikern interessiert mich nicht. #Privatsache

Dem habe ich entgegnet, daß es für viele eben doch relevant sein kann, wer sie politisch vertritt, auch und gerade außerhalb der Zeiten geschönter Wahlkampfbilder. Genau genommen haben sie sogar ein Recht drauf. Wowereit sagt auf einem Parteitag: “Ich bin schwul und das ist auch gut so”. Salomon gibt in der BZ bekannt, daß er sich von seiner Frau trennt und schon “seit einiger Zeit” in einer neuen Beziehung ist. Na und? Wünschen wir ihm doch einfach neues Glück!

@_tillwe_: Solange PolitikerInnen bei Empfängen als Paar auftreten, ist deren Privates nur halb-privat. #ob #freiburg

Hier gleich mit dem Boulevardzeitungsvorwurf die ganz große Keule zu schwingen ist sicherlich etwas weit ausgeholt, auch wenn man durchaus die Frage stellen darf, ob der Name der Neuen an Salomons Seite gleich genannt und eine zeitliche Überlappung beider Beziehungen zumindest angedeutet (“hat sich getrennt”, “seit einiger Zeit”) werden muss. Andererseits handelt es sich laut BZ um seine Büroleiterin:

@mikes1985: das ganze kann schon politisch sein, da seine Neue sein Büro leitet, er also vllcht.  seine neue bevorzugt hat

Das Verständnis für die geschlossenen Kommentare hält sich hingegen in sehr engen Grenzen. Meinungen verhindert man damit nicht, schon gar nicht in einem auf Kommunikation in beiden Richtungen angelegten Medium. Und egal ob unter Pseudonym oder nicht ist immernoch jeder Kommentator selbst für das verantwortlich, was er schreibt.

Insgesamt finde ich, bis auf die mit Verweis auf eine reine Privatsache geschlossenen Kommentare, die Meldung genau auf der Linie. Was meint Ihr?

[Update (19:25 Uhr): Tweets von @_tillwe_ und @mikes1985 herbeizitiert.]

Was macht eigentlich der Vorstand? Er bloggt.

18. Oktober 2011, 16:05 Uhr

Es ist wieder soweit: Der u-asta, die Studierendenvertretung an der Uni Freiburg, hat einen neuen Vorstand. Diesmal hat es unter anderem Lenni erwischt, den manch einer vielleicht noch von seinem Blog aus Iowa kennt, wo er – damals noch als Django – seine Auslandssemester unterhaltsam vertextet hat. Jetzt ist er wieder in der Blogosphäre zu finden, und es verspricht, spannend zu werden. Das Mission-Statement vom wasmachteigentlichdervorstand-Blog:

In diesem Blog ist der Name Programm. Hier soll im folgenden Jahr darüber geblogt werden, was der u-asta Vorstand der Uni Freiburg eigentlich so macht. Was genau ist der u-asta? Das kann man hier erfahren. Bloggen tut bis auf weiteres Lennart, der seit dem 1.10. zusammen mit Laura und Till mit dem Vorstandsamt betraut ist. Dabei soll nicht erneut erklärt werden, was anderswo bereits steht, sondern es soll ein persönlicher Blick auf das Uni-Geschehen geworfen werden.

Sicherlich wird http://wasmachteigentlichdervorstand.wordpress.com/ ein kleiner Lichtblick an Persönlichkeit und Transparenz in der für außenstehende Ottonormalstudierende sonst so undurchsichtigen, unpersönlichen und propagandistisch-monotonen Studierendenvertretung. Folgen lohnt sich bestimmt!

Unter Applaus: Professor schmeißt RCDS-Flashmob aus Hörsaal.

14. Oktober 2011, 14:21 Uhr

Nicht nur der Freiburger RCDS (Ring Christlich Demokratischer Studenten) ist immer für eine peinlicher Weise nach hinten losgehende Aktion (man denke an Fleisch statt Sozialismus oder den RCDS-Vorsitzenden, der nicht mit Schwulen saufen wollte) zu haben, nein, auch anderswo, zum Beispiel in Mannheim, gibt es Jubel, Trubel, Heiterkeit! Diesmal zum Glück mit Video:

Überblick: In letzter Zeit auf fudder.de erschienen.

20. Juli 2011, 18:40 Uhr

Bis vor einiger Zeit hatte ich ja zu jedem andernorts veröffentlichten Artikel hier einen eigenen Blogpost angelegt. Das ist nun nicht mehr so, daher hier eine handliche Übersicht über mein gefuddertes der letzten Wochen:

Und wenn ich mal gar nichts zu tun habe, dann bastel ich eine frisch-gefuddert-Box für die Seitenspalte. Allerdings müssten dafür erstmal all meine Fudder-Artikel den gleichen Autor-Tag haben… Es gibt eben immer was zu tun ;-)

Uniwahl bestätigt bisherige Verhältnisse – Überraschungen im Detail

6. Juli 2011, 7:30 Uhr

Bei der gestrigen Wahl an der Uni Freiburg gab es keine Veränderungen bei den Sitzverteilungen in AStA und Senat: Liberale Hochschulgruppe und RCDS sind weiter mit je einem Sitz vertreten, die Jusos konnten, trotz herber Verluste von knapp 10% an drei Fakultäten, mit einem Minus von insgesamt 2,6% ihre 3 Sitze halten und buf, das Fachschaftenbündnis für den u-asta, konnte mit seinen beiden Listen die komfortable Zweidrittelmehrheit von 10 Sitzen ebenfalls halten. Auch im Senat bleibt alles beim alten: 3 buf-Vertreter und ein Juso gehen in das wichtige Gremium. Die Wahlbeteiligung lag mit 16,1% leicht höher als bei vergangenen Wahlen, ist aber immernoch ein Armutszeugnis für 83,9% der Studierenden.

Im Detail jedoch gab es einige Überraschungen. So verpasste der auf Platz 1 der RCDS-Liste kandidierende Jan Philip Unger den anvisierten Einzug in den AStA um ganze 10 Stimmen. An seiner statt schaffte es die auf Platz 2 ins Rennen gestartete Eva-Maria Bauer und durchbricht damit eine gläserne Decke: Wann war zuletzt eine Frau für den RCDS im AStA? Man weiß es nicht. Überhaupt sind 3 der 4 Senatsvertreter weiblich, dem AStA gehören bei 15 Sitzen künftig 9 Frauen an. Jetzt müsste der AStA nur noch etwas zu sagen haben …

Bei den buf-Listen gab es eine ähnliche, jedoch noch faustdickere Sensation: anstelle der auf buf b Platz 1 kandidierenden designierten u-asta-Vorständin Laura Maylein erhielt überraschend Hannah Wallenfels (Platz 3) den dritten buf-Senatsplatz. Es passiert immer, daß Leute dramatisch hochgewählt werden. Beispielsweise schaffte es die auf buf a kandidierende Medizinstudentin Janine Günther von Platz 12 aus in den AStA. Ein erster Platz auf einer buf-Liste war aber in der Vergangenheit immer ein sicheres Senatsticket.

So konnte man bei aller Planung mal wieder eines lernen: Am Ende macht der Wähler einfach was er will.

Übrigens: Stimmenkönig wurde der Senats- und u-asta-Vorstandskandidat Lennart Lein (buf a Platz 1), der allein mehr Stimmen bekam als die gesamte Liberale Hochschulgruppe.

Update: Juso-Verluste korrigiert und RCDS-Absatz um Frauenanteil ergänzt. Und noch ein Link: Die Gesamtergebnisse mit Grafiken und allen Fakultätsräten gibts beim u-asta.

Alternative Freiraumshow: Freiburg sucht den Supersquat.

4. Juli 2011, 15:27 Uhr

Im Vorlauf der “Stadt selber machen”-Aktionstage produzieren Aktivisten aus der Freiraumszene eine eigene Video-Castingshow im Netz. Unter dem Titel “Freiburg sucht den Supersquat” wird das nächste Objekt der Besetzerbegierde ermittelt. Ein zumindest grenzwertiger Aufruf zu Straftaten, meinen einige, ziemlich innovativ und zweipunktnullig, meinen andere. Und beide haben irgendwie recht. Meinen Artikel dazu gibt’s bei fudder.de, das komplette Interview auf supersquat.org.

Fleisch statt Sozialismus.

28. Juni 2011, 15:04 Uhr

So steht es derzeit geschrieben, und zwar auf Plakaten des RCDS im heute gestarteten AStA-Wahlkampf an der Uni Freiburg. Kein Scherz. Heerscharen politisch interessierter Studierender stehen fassungslos vor den Plakaten. Kann man sich in einem Wahlkampf dermaßen selbst ins Knie schießen? Man kann.

Mit “Fleisch statt Sozialismus” sorgen die christdemokratisch geringelten Studenten gewiß abermals für einen Dauerbrenner in Sachen Hochschulpolitikhumor, der moderne Klassiker wie “Kooperation statt Konfrontation” bei weitem übertreffen dürfte. Der sich durch den gesamten RCDS-Wahlkampf ziehende Claim “machen statt meckern” wirkt im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die drohende Zwangsvegetarisierung übrigens besonders amüsant.

Nochmal zur Sache: Ein Veggie Day soll polarisieren und gelegentlich, in der Mensa einmal pro Semester (oder gar nur pro Jahr? oder vielleicht doch monatlich?), darauf aufmerksam machen, daß es sinnvoll und wichtig ist, weniger Fleisch zu essen. Das ist gut für die Gesundheit und gut für’s Klima. Soweit die Fakten. Man kann diesen Schnitzelkrieg aber auch ideologisch führen. Einen solchen Anteil hat der Veggie Day, das RCDS-Plakat ist jedoch pure Ideologie. Mir geht es bei der Kritik aber um etwas anderes.

“Fleisch statt Sozialismus” wäre als Verballhornung des aus dem Bundestagswahlkampf 1976 bekannten Slogans “Freiheit oder Sozialismus“, den ich intuitiv Franz Josef Strauß sprechen höre, die aber auf keinen geringeren als Hans Filbinger zurückgeht, ganz klar als Satire zu werten – käme er nicht aus dem konservativen Lager, das damit seine eigene Ikone aus der Hochphase des bundesdeutschen Antikommunismus verunglimpft. Ganze Bataillone Kalter Krieger dürften im Grabe rotieren.

Zum Vergleich: das ganze hat ungefähr die selbe Dimension, als plakatierten linke Sozialdemokraten in Anlehnung an Willy Brandts “Wir wollen mehr Demokratie wagen” in der Fressalienfrage den Spruch “Wir wollen mehr Dinkelkeks wagen”. Brandt würde das vielleicht amüsieren. Was Strauß dem Unionsnachwuchs erzählen würde, würde hingegen eher alle anderen amüsieren.