Daniel Bierbrauer wird nicht gekürzt.

dieagramm_abstimmung_homophobiezensurDas Meinungsbild, das ich neulich darüber erbeten hatte, ob der Name eines ehemaligen RCDS-Vorsitzenden aus einem Artikel über dessen homophobes Verhalten im Amt gekürzt werden sollte, wie es von deinguterruf.de freundlich vorgeschlagen wurde, ist fertig. Ich teile der versammelten Leseschar mit: Das Meinungsbild geht stark negativ aus. Ganze 78% sind gegen die Kürzung, nur 22% dafür. Teilgenommen haben 86 Personen, Manipulationsversuche sind keine aufgefallen.

Noch stärker als das Meinungsbild wendete sich die Diskussion (bei Facebook) im Ergebnis gegen eine Kürzung – logischer Weise nicht nur per Click, sondern mit Argumenten. Vielen von Euch war besonders aufgestoßen, daß Daniel Bierbrauer offenbar keine Einsicht zeigt, sondern lediglich die Vergangenheit seinem Bild entsprechend verändern möchte. Eine Leserin schreibt:

Er kann sich ja gerne öffentlich davon distanzieren oder gar durch Taten zeigen, dass er seine Meinung geändert hat. Falls er das hat. Ansonsten würde ja auch das Löschen gar keinen Sinn ergeben.

 
 

Das lässt sich hören und findet durchweg Zuspruch. Insbesondere das Einschalten einer Agentur wie deinguterruf.de stößt bei Euch auf wenig Verständnis. Ein Leser bringt es auf den Punkt:

Er kann doch unter deinen Artikel einen Kommentar setzen, in dem er den Vorgang schildert. Außerdem kann er sich doch direkt bei dir melden, statt so ne Agentur einzusetzen.

In der Tat, so einfach könnte es sein. Und so einfach war es auch schon 2010. Zudem hat er sich, anders als ursprünglich vermutet, nicht aus der Politik zurückgezogen. Im Gegenteil, ein Leser hat ihn wiedergefunden:

Naja. Er scheint ja doch noch politisch fragwürdig aktiv zu sein: http://www.cdl-freiburg.de/index.php?id=53. In diesem Sinne fände ich auch eine Löschung ungerechtfertigt. Ein klarer Prinzipienwandel sieht anders aus.

Damit war die Diskussion im Grunde auch schon entschieden, denn Daniel Bierbrauer ist jetzt Vorsitzender der „Christdemokraten für das Leben, Regionalverband Freiburg-Südbaden“. Das Urteil einer Leserin angesichts dieses Amtes in einer Lebensschützer-Organisation:

Ewig gestrig ist er immer noch. Ich darf mal die Selbstbeschreibung der Organisation zitieren: „Wir setzen uns für einen umfassenderen Schutz von Ehe und Familie […] ein“. Was das in ach so christlichen Kreisen heißt, dürfte bekannt sein.

 
 

Damit steht für mich fest: Es hat sich an der Situation nichts geändert, er kann sich weiterhin von seinem Verhalten distanzieren, er kann hier und im ursprünglichen Artikel weiterhin kommentieren oder eine E-Mail schreiben. Er ist weiterhin einschlägig politisch aktiv. Eine Kürzung des Namens kommt für mich daher nun nicht mehr infrage.

Der Vollständigkeit halber hier noch meine abschließende Antwort an deinguterruf.de – die Kommunikation lief übrigens überaus freundlich, wie in der Werbung versprochen.

Sehr geehrte Frau S.,

die Diskussion mit meinen Lesern hat abschließend ergeben, daß eine Kürzung des Namens nicht infrage kommt. Hauptgrund dafür ist das weiterhin einschlägige politische Engagement von Daniel Bierbrauer als CDL-Vorsitzender in Freiburg, wodurch die Angelegenheit von öffentlichem Interesse bleibt.

Ich bedanke mich für die freundliche Kommunikation, wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg mit deinguterruf.de und daß Sie persönlich niemals von solcher Diskriminierung wie im vorliegenden Fall betroffen sein werden.

mit freundlichen Grüßen
K. Görlich

4 Gedanken zu “Daniel Bierbrauer wird nicht gekürzt.”

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