{"id":797,"date":"2010-12-01T17:26:56","date_gmt":"2010-12-01T16:26:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.konstantin-goerlich.de\/wordpress\/?p=797"},"modified":"2010-12-01T19:50:20","modified_gmt":"2010-12-01T18:50:20","slug":"rektorat-fordert-befehlsgewalt-fur-asta-vorstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.konstantin-goerlich.de\/wordpress\/2010\/12\/01\/rektorat-fordert-befehlsgewalt-fur-asta-vorstand\/","title":{"rendered":"Rektorat fordert Befehlsgewalt f\u00fcr AStA-Vorstand."},"content":{"rendered":"<p><strong>K\u00f6nnte man jedenfalls meinen, wenn man bestimmte stellen im aktuellen offenen Brief des gesamten Rektoratsteams aus Rektor, Prorektoren und Kanzler ungenau liest. Es k\u00f6nnte einem aber auch schlecht werden. Diese Aktion der Universit\u00e4tsspitze ist n\u00e4mlich mehr als ein Affront: Sie ist der Gipfel einer Gemengelage aus sozialer Inkompetenz und gekr\u00e4nkten Eitelkeiten, der personelle Konsequenzen folgen m\u00fcssen. Und zwar nicht in der Belfortstra\u00dfe sondern am Fahnenbergplatz. Aber der Reihe nach.<\/strong><\/p>\n<p>Es empfiehlt sich zun\u00e4chst, den <a href=\"http:\/\/www.u-asta.uni-freiburg.de\/politik\/pms\/pm-2010\/2010-11-30\/2010-11-30.5269805376\/download\" target=\"_blank\">offenen Brief des Rektorats<\/a> (hier beim u-asta verlinkt, da auf uni-freiburg.de weder bei den Pressemitteilungen noch unter Aktuelles zu finden&#8230;) genau zu studieren. Die <a href=\"http:\/\/www.u-asta.uni-freiburg.de\/politik\/pms\/pm-2010\/2010-11-30\/\" target=\"_blank\">Antwort der Studierendenvertretung<\/a> zu lesen schadet auch nicht. Und wer noch nicht genau wei\u00df, um welche Ereignisse es geht: Beim Festakt zum 50-j\u00e4hrigen Bestehen des Arnold-Bergstraesser-Instituts sollte Ministerpr\u00e4sident Mappus zur Au\u00dfenpolitik Baden-W\u00fcrttembergs sprechen. Es protestierten Atomkraft- und Stuttgart21-Gegner lautstark und anhaltend, so da\u00df sein Vortrag nicht zu verstehen war. Gleichzeitig protestierten Studierende und auch Studierendenvertreter stumm f\u00fcr die Wiedereinf\u00fchrung der Verfassten Studierendenschaft. Zwei Tage sp\u00e4ter sollte Prof. Jesse, ein umstrittener Vertreter totalitarismustheoretischer Thesen, im Rahmen einer Vortragsreihe sprechen. Ein B\u00fcndnis linker Gruppierungen, darunter auch die der Linkspartei nahestehende Hochschulgruppe DieLinke.SDS, hatten im Vorfeld zu Protesten mit dem Ziel, den Vortrag zu verhindern, aufgerufen. Die Gremien der Studierendenvertretung befassten sich zwar mit einem Antrag auf Unterst\u00fctzung, dieser fand jedoch bis zum Veranstaltungstermin keine Mehrheit, sondern wurde im Nachhinein sogar wegen seiner Einseitigkeit ger\u00fcgt. Bei der Veranstaltung wurden protestierende Studierende durch den Prorektor f\u00fcr Studium und Lehre, Prof. Heiner Schanz, selektiert und per Hausrecht und mit tatkr\u00e4ftiger Unterst\u00fctzung durch schon vorher aufmarschierte Polizei aus dem H\u00f6rsaal entfernt, anschlie\u00dfende erkennungsdienstliche Behandlung inklusive. Ein meines Wissens nach einmaliger Vorgang in der j\u00fcngeren Universit\u00e4tsgeschichte.<\/p>\n<p>Nicht da\u00df wir uns falsch verstehen: Den politischen Gegner \u00fcberhaupt nicht zu Wort kommen zu lassen darf nicht unter die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung fallen und ist keine Methode eines demokratischen Meinungsaustausches. Zwar verbietet sich aus naheliegenden Gr\u00fcnden eine Gleichsetzung mit der SA und ihren Methoden im Dritten Reich, eine faschistoide Note l\u00e4sst sich jedoch, wie man bei Fabian V\u00f6gtles <a href=\"http:\/\/www.fabianvoegtle.de\/wp\/?p=765\" target=\"_blank\">Bericht zum Mappus-Protest<\/a> nachlesen kann, nicht leugnen.<\/p>\n<p>Es hat diese Protestform an der Uni Freiburg immer wieder in der einen oder anderen Abwandlung gegeben. Erst k\u00fcrzlich <a href=\"https:\/\/www.konstantin-goerlich.de\/wordpress\/2010\/11\/11\/wie-sich-die-ereignisse-gleichen\/\" target=\"_blank\">erinnerte<\/a> ich mich an eine Veranstaltung mit G\u00fcnther Beckstein. Was ist nun also neu? Es ist die Reaktion des Rektorats, das auch <a href=\"https:\/\/www.konstantin-goerlich.de\/wordpress\/2007\/02\/01\/ziemlich-unterkuhlt\/\" target=\"_blank\">fr\u00fcher gern mal unterk\u00fchlt reagierte<\/a>, wenn ein u-asta-Vorstand seine vermeintlich Untergebenen nicht im Griff hatte &#8211; und damals, beim sog. Jubil\u00e4um der Uni, wurde &#8222;nur&#8220; unterbrochen und einzelne Schl\u00fcsselbegriffe der Rektorrede mitgesprochen. Das Problem: Wir sind alle Individuen. Weder ein u-asta-Vorstand noch ein Prorektor ist daf\u00fcr verantwortlich, was andere tun, sagen oder klatschen. Insbesondere nicht, wenn es sich um andere Gruppen handelt, deren Protest unerw\u00fcnscht ist.<\/p>\n<p>So weit, so l\u00e4cherlich. Was man damals von Langzeitrektor Prof. Wolfgang J\u00e4ger nicht nur gewohnt war sondern &#8211; seien wir mal ehrlich &#8211; sogar erwartete, ist doch nicht so \u00fcberwunden, wie es manch einer nach den Amtsantritten seiner Nachfolger Prof. Vo\u00dfkuhle und Prof. Schiewer geglaubt hatte. Es hat nun den Anschein, als sei es in potenzierter Form zur\u00fcckgekehrt in Person von Prorektor Schanz, den u-asta-Vorstand Vincent Heckmann als taktischen Urheber des Schreibens vermutet. Es w\u00e4re nach allem, was ich so von heute und in j\u00fcngster Vergangenheit im u-asta aktiven und aktiv gewesenen geh\u00f6rt habe, alles andere als das erste Mal, da\u00df soziale Inkompetenz und gekr\u00e4nkte Eitelkeit einer gleichberechtigten Kommunikation auf Augenh\u00f6he zwischen Rektorat und Studierendenvertretung im Wege st\u00fcnden. Die nun aufgerissenen Gr\u00e4ben erscheinen jedenfalls so tief wie schon lange nicht mehr.<\/p>\n<p>Das Neue und besonders problematische ist nur: Das Wortgefecht zwischen der Studierendenvertretung in der Belforstra\u00dfe und dem Rektorat am Fahnenbergplatz findet in aller \u00d6ffentlichkeit statt. Der Brief des Rektorats ging laut Heckmann zuerst an die Medien und stand schon auf badische-zeitung.de, bevor er den u-asta \u00fcberhaupt erreichte. Das zwar durchaus realistische Bild der Universit\u00e4t, welches das Rektorat damit \u00f6ffentlich zeichnet, k\u00f6nnte zerrissener nicht sein. &#8222;Spalten statt Vers\u00f6hnen&#8220; scheint das Motto zu sein &#8211; keine exzellente Stellungnahme, gerade wenn man an die kommende Runde der Exzellenzinitiative denkt. Auch wenn Heiner Geissler ja nun wieder Zeit h\u00e4tte &#8211; ein personeller Neuanfang auf beiden Seiten k\u00f6nnte die ges\u00fcndeste L\u00f6sung sein. Heckmann schlie\u00dft personelle Konsequenzen in der Studierendenvertretung jedenfalls aus. Auf der anderen Seite wird zwar vordergr\u00fcndig ein Dialog gew\u00fcnscht aber in Form und Inhalt der Kommunikation in Wahrheit verunm\u00f6glicht. Bleibt zu hoffen, da\u00df es sich um einen un\u00fcberlegten Schnellschu\u00df handelt, der bald korrigiert wird &#8211; entweder durch eine Entschuldigung, oder durch Auswechslung des Schnellsch\u00fctzen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/88618709001447e98269d8e18f17cbc2\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6nnte man jedenfalls meinen, wenn man bestimmte stellen im aktuellen offenen Brief des gesamten Rektoratsteams aus Rektor, Prorektoren und Kanzler ungenau liest. Es k\u00f6nnte einem aber auch schlecht werden. 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