Freiburg sperrt sich ab. (Update)

Tut es nicht ganz, aber so wird es sich anfühlen, wenn man ab nächstem Jahr den Augustinerplatz aufsucht, am späten Nachmittag, um dort gemütlich und in Ruhe mit vielen anderen in den Abend zu starten. Denn ab nächstem Jahr hat Freiburg, wenn es der Gemeinderat heute tatsächlich beschließen sollte, einen Kommunalen Ordnungsdienst. Allein 10 dieser schwarzen, bewaffneten Hilfssheriffs werden ab 17 Uhr den Augustinerplatz umstellen, vermeintlich um für Ruhe zu sorgen, aber u.a. auch um Pischko, Freiburgs berühmten, nettesten Bierverkäufer, zu verjagen.

Was als Debatte um sogenannte Ruhestörungen in einer lebendigen Innenstadt, empfunden von Leuten, die u.a. gerade wegen dieser Lebendigkeit in die Innenstadt gezogen sind (niemand muss dort leben, weil er sich nichts anderes leisten kann), begann, wächst sich nun zu einer zwanzigköpfigen Hydra aus. Das ist also die Antwort auf den Prozess gegenseitigen Verständnisses von Platznutzern und Anwohnern, an dessen Ende die Säule der Toleranz stand und bei dem freundliche, junge Infoteams die vereinzelten Ruherstörer mit Argumenten zu überzeugen wußten. Der Kommunale Ordnungsdienst hingegen soll mit Pfefferspray ausgerüstet werden.

Sollte sich Freiburg wirklich sich selbst gegenüber so intolerant zeigen, wie es die Verwaltungsvorlage vorsieht, wäre es nur konsequent, die Säule der Toleranz spätestens an dem Tag zu verschrotten, an dem die grimmigen Herren vom Schallschutz erstmals aufmarschieren. Ein anderer Name für den KOD abgekürzten Ordnungsdienst wird übrigens noch gesucht. Mein Vorschlag: Schallabwehrleviathan ordnungsmanischer Obernarren – SALOMON.

 
 

UPDATE 25.03.2014, 18:30 Uhr: Soeben hat der Gemeinderat das KOD-Konzept mit 26 zu 22 Stimmen beschlossen.

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