Aus der Tiefe des Raumes …

… ist er nachnominiert worden, nachdem er die Rektorfindungskommission, die Prof. Cheauré und Prof. Peters vorgeschlagen hatte, schon nicht mehr überstanden hatte. Nun hat der Universitätsrat, dessen Mitglieder heute morgen noch teilweise einen Informationsrückstand gegenüber der Badischen Zeitung, die die Nachnominierung bereits meldete, hatten, Prof. Schiewer, den derzeitigen Prorektor für Studium und Lehre und als Vizerektor derzeit amtierenden Rektor der Albert Ludwigs Universität Freiburg gewählt, und zwar mit der Mehrheit der Mitglieder, also möglicherweise nicht einstimmig.

Alles andere als einstimmig dürfte die Abstimmung am Mittwoch im Senat, der den neuen Rektor noch bestätigen muss, werden, denn über das Verfahren wird zu reden sein. Wozu beschäftigt man die Kommissionsmitglieder mehrfach stundenlang, um dann einem „ausgesiebten“ Bewerber die Hintertür zur Vorstellung im Universitätsrat an dem Vorschlag der Kommission vorbei doch noch zu eröffnen? Und das zur Überraschung nicht aller, aber vieler der Beteiligten. Nicht ohne Grund rechtfertigt man sich in der BZ-Meldung vorauseilend mit einem schlechten Tag, den der Kandidat gehabt habe und verweist noch ohne jeden Gegenwind darauf, daß die Rektorfindungskommission ja lediglich ein nicht bindendes Vorschlagsrecht hat.

Daß die Studierenden (für die Prof. Schiewer jedoch alles andere als die schlechteste der möglichen Alternativen ist) bei diesem Vorgehen völlig übergangen wurden, versteht sich ja nicht erst seit neulich von selbst. Für den Gewählten selbst ist solch ein Sieg zudem nicht gerade das, was man unter einem Traumstart versteht, ist im Senat doch mit allerlei Enthaltungen und Gegenstimmen derer zu rechnen, die zwar nicht gegen Prof. Schiewer sind, wohl aber gegen das ebenso erprobte wie intransparente und den anderen BewerberInnen gegenüber unfaire Verfahren, das zu seiner Nominierung führte. Ein Grund mehr, ihm viel Glück zu wünschen, denn die Demokratie, so meint nicht nur Daniele, hat wiedermal eine Niederlage hinnehmen müssen.

 
 

Übrigens: Die vertane Chance, mit Prof. Cheauré erstmals eine Frau ins Rektorat einziehen zu lassen, wird bei alledem fast zu einer Randnotiz.

UPDATE: Die Fachschaftenkonferenz hat sich heute (Dienstag) einstimmig dafür ausgesprochen, Prof. Schiewer zum neuen Rektor zu wählen. Dieser sei nicht für die Kommunikationsfehler und Verfahrensunsauberkeiten anderer verantwortlich und letztlich alles andere als die schlechteste Wahl für die Studierenden. Recht so.

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