Hochgeschwindigkeitsrektor.

Am 1. April wurde Prof. Voßkuhle feierlich als neuer Rektor der Albert-Ludwigs-Universität ins Amt eingeführt. Das ist jetzt 18 Tage her. Der Streit um Prof. Dreier als neuer Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes und damit Nachfolger von Prof. Hassemer ist schon viel älter. Als ich gestern bei Spiegel Online las, die SPD habe Dreier als Kandidat fallengelassen, kam mir kurz in den Sinn, man könne ja nun den mindestens ebenso qualifizierten Voßkuhle vorschlagen, dachte jedoch, man würde ihn für zu jung halten. Mittlerweile steht es jedoch fest: Die SPD schlägt den 44-jährigen als Kandidaten vor. Kein Aprilscherz.

Insbesondere in Freiburg überschlagen sich nun Berichte und Spekulationen. Wird er die ihm angetragene Kandidatur wohl annehmen? Gegenfrage: Lehnt man eine solche Kandidatur ab? Das muss er selbst entscheiden. Auf die Antwort darf man also gespannt sein. Ein Nachfolger für den Nachfolger Jägers ist indes nicht in Sicht, was Anlaß zu heftigen Spekulationen in einschlägigen E-Mail-Verteilern und Blogs gibt.

Insbesondere für die Studierenden und ihre VertreterInnen ist die Meldung ein Schock, verbindet man mit Rektor Voßkuhle doch einen ganz neuen Stil was den Umgang mit den Studierenden und in der Folge auch deren Mitsprachemöglichkeiten angeht. Wie geht es nun weiter? Hoffentlich im Stile Voßkuhles, wünscht sich der u-asta in einer Pressemitteilung. Bis ein neuer Rektor gefunden ist, könnte Prof. Schiewer, derzeit Prorektor für Studium und Lehre, das Amt kommissarisch übernehmen, meint Johannes auf gruenesfreiburg.de, verweist aber auch auf die Diskussion bei fudder.de, in der Voßkuhles Vorgänger Prof. Jäger und Schiewers Vorgänger, der Forstwissenschaftler Prof. Volz, zwar nicht ins Spiel aber ins Gespräch gebracht werden. Kommentar eines gewissen „DrNo“:

 
 

Ex-Prorektor Volz hatte sich ja auch mal beworben. Lieber einen „Förster“ als nen „Jäger“….    

Jens erkennt auf u-Forum hingegen auch eine Gefahr:

Euch ist schon klar, dass uns da ggf. auch eine externe Lösung droht – oder? Was man ja so gehört hat, ist da ja schon das letzte Mal jemand recht weit gekommen. Also, schaut mal über den Tellerrand: Da gibt´s massig Leute die einen neuen Job suchen.    

Am kommenden Freitag entscheidet der Bundesrat. Und dann sehen wir weiter. Ich bin erstmal, ähnlich wie Till, sprachlos.

UPDATE: Bertran meint in den Kommentaren bei gruenesfreiburg.de, daß Voßkuhle ehrlicherweise Rektor bleiben sollte. Recht hat er.

 
 

7 Gedanken zu “Hochgeschwindigkeitsrektor.”

  1. Also bitte: Es war klar, dass Hr. V. etwas anderes vor hat als Rektor. Denn in so einem Alter kann man der Taetigkeit eines Rektors nicht nachgehen, weil man aus dem Wissenschaftsbetrieb raus ist (=guckt mal wie alt Rektoren sonst sind). Faktisch ist „man“ aus dem Wissenschaftsbetrieb raus. Und schon vor Monaten war klar, dass „man“ darueber munkelt, dass er diesen Posten annnehmen wird, und so die Rektor-oder-Prof-Frage keine ernsthaft ist.

  2. „… verbindet man mit Rektor Voßkuhle doch einen ganz neuen Stil was den Umgang mit den Studierenden und in der Folge auch deren Mitsprachemöglichkeiten angeht.“

    Ich warne vor solch voreiligen Schlüssen und aus Erleichterung ob des Jägerabgangs überhöhten Hoffnungen: Ob sich mehr Dialog auch in mehr politischem Einfluß niedergeschlagen hätte, wäre noch zu beweisen gewesen. Schließlich kann sich auch ein Rektor Voßkuhle oder jeder andere Rektor nicht seinen Verbindlichkeiten gegenüber Ministerium und anderen Interessensträgern entziehen. Mehr Stimmen im Senat oder in sonstigen Gremien hat die Studierendenvertretung nicht, nur weil der Umgang ein anderer geworden ist…

  3. Ich halte es für falsch, Herrn Voßkuhle zu unterstellen, dass er eigentlich nicht vorhatte, jemals Rektor werden zu wollen, sondern dass er das immer schon nur als Sprungbrett gesehen hat. Vielmehr ist die Verfassungsrichtersache ja doch sehr überraschend gekommen — bis vor kurzem hatte die SPD ja noch einen anderen Kandidaten. Und da nein zu sagen, möchte ich von niemandem verlangen. Was ich allerdings von unserem Noch-Rektor verlange, ist, sich jetzt intensiv darum zu kümmern, dass es in Freiburg zu einer im Sinne der Nach-Jäger-Ära sinnvollen Nachfolgeregelung kommt.

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