Verbote verbieten?

Seit der Nacht auf den 2. Januar diesen Jahres (und damit die Silvesternacht zunächst vermeidend) gilt ein Freiburg zwei weitere Verbote: An Wochenenden zwischen 22 und 6 Uhr ist im sog. „Bermudadreieck“ beim Martinstor der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit verboten. Während man sich für dieses Verbot noch eine Rechtfertigung zurechtbiegen können mag erzeugt das andere Verbot mindestens Kopfschütteln: Fortan ist es im öffentlichen Raum in Freiburg untersagt, “ausschließlich oder überwiegend zum Zwecke des Alkoholgenusses” zu lagern oder zu verweilen, wenn “dessen Auswirkungen geeignet sind, Dritte erheblich zu belästigen”. Ganz richtig gelesen: Ein bloßes Geeignetsein reicht hier zum Platzverweis völlig aus.
Wie gruenesfreiburg.de bereits am 22. November berichtete soll hiermit aber nicht gegen einen wesentlichen Teil der Freiburger Lebensart, etwa gemütliche Abende mit Bierchen auf dem Augustinerplatz, vorgegangen werden, sondern lediglich gegen soziale Randgruppen. Na dann.
Über Sinn und Unsinn der beiden Verbote wird nun allseits heftig diskutiert. Es steht die Frage im Raum, was von der offenen Stadt übriggeblieben ist, für die Salomon 2002 angetreten war. Eine der zahlreichen Podiumsdiskussionen findet heute Abend um 20 Uhr in der Aula der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule statt, veranstaltet von den Freiburger Grünen und mit einem Podium, welches Kompetenz und Kontroverse erwarten läßt:

Maria Viethen, für die grüne Gemeinderatsfraktion
Prof. Dr. Roland Hefendehl, Kriminologe an der Uni Freiburg
Walter Rubsamen, Leiter des Amts für öffentliche Ordnung
Nicolas Mielich, Schüler
Harry Hochuli, Leiter des Polizeireviers Freiburg-Nord
Jeanette Piram, Drogenhilfe Freiburg

Siehe dazu auch die Ankündigung auf gruenesfreiburg.de, dort gibts auch eine Karte, die Euch zum Veranstaltungsort führt.

 
 

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