Gesalzene Doppelmoral.
Der Winterdienst hat in der vergangenen kalten Jahreszeit und darüber hinaus für allerlei Diskussionen gesorgt. Manch einer war verärgert darüber, daß trotz Winterdienst immernoch Winter war mit allem, was dazugehört. Die CDU-Fraktion im Gemeinderat war oder ist der Meinung, daß auch Streusalz aus privater Streuhand dazugehört. Dem erteilte der Gemeinderat nun eine deutliche Absage. Vor allem aus absolut berechtigten Umweltschutzgründen bleibt es dem städtischen Winterdienst vorbehalten, Väterchen Frost mit Salz zu leibe zu rücken. Dies sei mit Blick auf die Verkehrssicherheit und durch die Verwendung von Feuchtsalz und effizienten Streu- bzw. Sprühtechniken vertretbar. Möglichkeiten, die den BürgerInnen logischer Weise nicht zur Verfügung stehen.
So weit, so gut. Oder auch nicht, denn auch und gerade im vergangenen Winter konnte man deutlich sehen, daß (und wo) häufig (manchmal buchstäblich häufig) auch von Privat gesalzen wurde. Da fragt man sich doch, wozu ein Verbot aufrechterhalten wird, dessen Bruch offensichtlich nicht sanktioniert wird. Ob man wohl den Verkauf von Streusalz beschränken kann? Der Natur würde beides gut tun, daher sollte man über beides nachdenken. Vor dem nächsten Winter, nicht danach.

mich hat im winter die ironisch-abgeklärte verteidigung des miserablen winterdienstes gestört, die du leider fortsetzt (“Manch einer war verärgert darüber, daß trotz Winterdienst immernoch Winter war mit allem, was dazugehört.”). es muss bei starkem schneefall nicht alles exakt so sein wie im sommer, aber eine stadt hat sich schon so zu organisieren, dass straßen und wege in aller regel extrem schnell wieder vernünftig zu benutzen sind, und zwar auch durch alte und andere menschen, die nicht völlig lässig über “das bisschen eis” hinwegsehen können.
ob er wirklich miserabel war, wie du sagst, bin ich mir gar nicht so sicher, da wurde (und wird…) glaub ich auch überdramatisiert. andererseits weiß ich natürlich nicht, ob es für weniger mobile Menschen nicht doch irgendwo Probleme gab, sondern kenne nur das öffentliche Gejammer. Selbstverständlich liegt es mir fern, mobilitätseingeschränkte Leute … du weißt bescheid.
so, und jetzt bin ich gespannt, ob die reply to comment Funktion der wordpress für iPhone App als weiterer Kommentar antwortet oder als Mail an dich …
Zwei Punkte von mir:
in meiner Straße ist mir aufgefallen, dass *ausschließlich* vor solchen Häusern Salz gestreut wurde, wo dieses an Hausmeisterdienste/Privatunternehmen “outgesourced” worden war und die Bewohner_innen nicht selbst den Winterdienst machten. Insofern wäre vielleicht ein Anschreiben/eine entsprechende Überwachung der “professionellen privaten Räumdienste”, das erste, was die Stadtverwaltung machen könnte. Zumal hier mit Gesetzesbruch auch noch Profit gemacht wird.
@filtor: Was Gehwege angeht, gebe ich Dir Recht – aber nicht, was “Straßen der 3. Kategorie” angeht. Dann muss das Fahrrad eben mal ein paar Meter geschoben werden bzw. das Auto bis zur nächsten größeren Straße mit nur 10 km/h fahren. Winter ist nicht Sommer.
Mh. Konstantin, das finde ich jetzt nicht nett, dass Dein Blog “ul” und “li”-html-Tags nicht akzeptiert. Könntest Du dann bitte vor “@filtor” einen Absatz einfügen, bitte? und vielleicht vor die beiden Absätze sogar noch ein “-”? :-)
done.
erwartungsgemäß überkleinlich dann offenbar auch der umgang der stadt mit alten leuten, die auf öffentlichen plätzen wegen des schlechten winterdienstes zu schaden kommen: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/rutschpartie-im-und-vorm-rathaus
aber klar, in zeiten knapper kassen (und megalomaner bauprojekte) hat man dafür kein geld. super geste.