Salomon verfehlt absolute Mehrheit deutlich!
Zumindest wenn es nach den Kindern und Jugendlichen in Freiburg geht. Die nämlich haben gestern bei der U18-Wahl, einer politischen Bildungsinitiative, abgestimmt, deren Ergebnis nun bekannt wurde. Demnach konnte Amtsinhaber Dieter Salomon (Bündnis 90 / Die Grünen) mit 39,8% zwar das beste Ergebnis holen, verfehlte die im 1. (realen) Wahlgang nötige absolute Mehrheit aber deutlich. Erstaunlich knapp auf Platz 2 landete Günter Rausch (Wechsel im Rathaus) mit 35,4% gefolgt vom mit 24,9% weit abgeschlagenen amtierenden Sozialbürgermeister und Freiburger Toleranzsäulenheiligen Ulrich von Kirchbach (SPD).
Auch wenn es bei der U18-Wahl, obwohl sie “analog zur echten Oberbürgermeisterwahl organisiert” sein will, keinen zweiten Wahlgang gibt, und Salomon somit Sieger genannt wird ist das Ergebnis doch eine deutliche Abfuhr für die beiden amtierenden Bürgermeister und läßt einen zweiten Wahlgang immer wahrscheinlicher werden. Man darf also gespannt sein.
Update (19:30 Uhr): @u18freiburg ergänzt ein paar Informationen: 55,7% weibliche, 44,3% männliche WählerInnen haben bei der U18-Wahl abgestimmt, insgesamt nahmen 1031 Kinder und Jugendliche teil.
@u18freiburg: “Wer Kinder und Jugendliche frühzeitig mitreden und mitbestimmen lässt, muss nicht fürchten, dass sie politikverdrossen werden.” #obfr2010
So ist es.


Der Interpretation stimme ich nicht zu.
Wenn der Amtsinhaber sogar bei der Jugend auf 40 % kommt, wird er bei den älteren Semester deutlich besser abschneiden. Eigentlich hätte ich erwartet, dass Rausch bei der U 18 deutlich über 60 % kommt.
Mein Tipp: Amtsinhaber holt um die 50 % im ersten Wahlgang. Tendenz kein zweiter Wahlgang.
@Loeffle
Du bis unerträglich Loeffle seit Du Dich für den Salo engagierst…
@T.: Auch wenn es ein Persönlichkeitswahlkampf ist muß man nicht gleich persönlich werden. FÜr Beleidigungen u.dgl. bitte wie bisher fudder benutzen ;-)
@Loeffle: so kann man es, wenn man möchte, auch sehen. zumindest was die knappe wahrscheinlichkeit eines zweiten wahlganges angeht. trotzdem: es gab in baden-württemberg schon großstadt-OBs, die bei der miesen zustimmung, die salomon hat (nicht nur bei der u18!) nicht so selbstverständlich von ihrer wiederwahl ausgegangen wären. rommel in stuttgart wäre da zB so ein kandidat.
@Konstantin Görlich
Ja, das kann man so oder so sehen. Ich denke, dass der Anteil Salomonwähler und die Wahlbeteiligung sich mit zunehmendem Lebensalter erhöhen.
Viele in Freiburg wahlberechtigte Studenten werden vom Wahlrecht keinen Gebrauch machen.
Ich engagiere mich eigentlich überhaupt nicht. Darf ja auch nicht in Freiburg wählen. Aber schon interessant, dass gewisse Gruppen (die ja auf dem Papier zu 110 % tolerant und “frei” sind) jede Meinung, die von der Eigenen abweichen, niedermachen :)
Auf diese Art und Weise kann man natürlich jegliche Sachdiskussion unterbinden, sich aber sogleich sehr schön enttarnen :)
@Loeffle
Ja, Loeffle, Du hast recht und fast hätte ich Dir auch geglaubt. Dann fiel mir aber Dein eloquenter Schreibstil auf und die inhärenten Widersprüche. Da hab ich mir gedacht, dass ich mir die Sache mal zu eigen mache und Deinen Wünschen nachkomme, und das soll KEINE BELEIDIGUNG sein.
Ja, ich bin Student und ich geh nicht wählen. Statt dessen versuch ich alles nieder zu machen was mir nicht in den Kram passt. Denn das ist diejenige Freiheit die ich von den 68′ern geerbt hab: Macht kaputt was euch kaputt macht.
Also: Schublade auf. T rein. Schublade zu. Das ist zu 110% tolerant und trägt zur freien Erörterung der Sache ebensowenig bei wie dein nichtvorhandenes Engagement. Hä?
Was war das schon wieder?
Jemand schlaues aus Frankreich hat mal gesagt: “Durch Verkehrung des Pro zum Contra enthüllt die Soziologie der Ideologien die in den deklarierten Unterschieden verborgenen Identität und die in der deklarierten Identität verstecktesn Unterschiede.” (Bourdieu 1971: 67)
Ich meine: warum lieber Loeffle, enagierst Du also bei einer Sache von der Du nur so viel verstehst wie Deine Ideologie reicht? Komm doch mal nach Freiburg und zieh Dir die Leute auf den Strassen rein, die Wahlkämpfer an ihren Ständen und perpetuiere nicht diese unerträgliche Ignoranz die dazu geführt hat, dass wir da stehen wo wir stehen.
@Konstantin Görlich
Ich verstehe nicht warum ich nicht ein bisschen persönlich sein darf? Lachen ist doch gesund, oder? Auf alle Fälle kannst Du ja das Comment löschen, wenns Dir in den Kram passt. Admins dürfen das.
@T Darfst Du ja, ich mein ja nur ;-)
@T
Hallo T.!
Wir reden denke ich aneinander vorbei. Ich verfolge die Wahl mit Interesse, sehe bei allen drei Kandidaten Positives. Mit “kein Engagement” meinte ich, kein Engagement am Wahlstand, in BZ-Foren oder als Jubelperser bei Wahlkampfveranstaltungen. Zusammenfassung meines öffentlichen Engagements: die zwei Einträge hier bei Konstantin, zwei Einträge bei Fudder und einer bei Twitter.
Ich habe mir nie auf meine Fahne geschrieben besonders tolerant zu sein. Aber wenn eine Partei/Gruppierung dies tut, dann sollte sie sich zumindest im Groben daran halten, sonst wird sie unglaubwürdig.
In den aktuellen Fällen stimmte ich lediglich nicht der Interpretation der U 18 Wahl bzw. der anderen Umfrage durch Konstantin / Freiburger Piraten zu.
Was die Wahlbeteiligung der Studenten angeht, kann ich aus eigener Erfahrung sprechen. Vor acht Jahren war die Wahlbeteiligung bei dieser Wählergruppe sehr mager. Sicherlich haben sich die Zeiten geändert, aber ich denke, dass immer noch sehr viele “unpolitisch” und desinteressiert sind.
Ich bin jede Woche an fünf bis sechs Tagen in Freiburg und bekomme durchaus mit was auf der Straße und an den Ständen (und auch beim ganz normalen Wahlvolk) abgeht. Im Gegensatz zu Dir denke ich aber nicht, dass die Lage so düster ist wie Du sie andeutest – und auch der Wahlkampf ist im Vergleich zu diversen Landtagswahlkämpfen eher harmlos (von diversen Abend”show”veranstaltungen vielleicht abgesehen).
In diesem Sinne Dir noch viel Spaß beim Wahl- und Klassenkampf!